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  • Entstehung der Passionsspiele im 14. Jhdt. - "Innsbrucker Osterspiele"
    in Neustift bei Brixen anno 1391
  • In der Barockzeit verbreiteten sich die Passionsspiele vor allem im Alpenraum.
  • Unter der Regentschaft Josefs II. wurden die Passionsspiele mit
    einem Spielverbot belegt.
  • Im Jahre 1903 wurde von Pfarrer Albert Drexel der Passionstext für die
    1. Vorarlberger Passionsspiele in Götzis verfasst.
  • Nach 1945 ließen Laienspielgruppen in ganz Österreich die Passionsspiele wieder aufleben (Erl, Thiersee, St. Margarethen, usw.).
  • 1956 und 1959 wurden Passionsspiele in Thüringen aufgeführt.
  • 2003,2007 und 2012 wurden die Passionsspiele in Klösterle erfolgreich aufgeführt.

 


 

100 Jahre Passionsspiele in Vorarlberg

judasIn Götzis begegnet man den ersten Anfängen des Passionsspieles in Vorarlberg am Ende des 19. Jahrhunderts. Am Sonntag, den 16. April 1899 um halb acht Uhr wurde dort „Judas“ oder „Der Verrath an Christus“ - ein Passionsspiel mit lebenden Bildern in 5 Akten von J. Seeber - von der Marianischen Jünglingskongregation zur Aufführung gebracht.

Bedeutende Passionsspiele fanden in Götzis noch vor dem 1. Weltkrieg anno 1903 - also vor genau 100 Jahren - 1906 und 1909 statt. Diese Passionsspiele machten nicht nur das Götzner Theater, sondern Götzis als Marktgemeinde weit über die Grenzen Vorarlbergs bekannt. Ein Großereignis für die ganze Gemeinde: Die meisten Ortsvereine, die Schule, der Kirchen-chor und eine große Anzahl freiwilliger Helfer stellten sich in den Dienst der großen Sache. Der Text der damaligen Aufführungen stammte aus der Feder von Dr. J. Berberich, der dieses Passionsspiel eigens für Vereinsbühnen - mit Rücksicht auf das Schauspielver-mögen von Laien - verfasste.

mariaZum letztenmal wurde die „Berberich-Fassung“ im Jahre 1920 aufgeführt. 1924 bat der Götzner Katechet Franz Bertschler seinen Studienfreund Dr. Albert Drexel einen neuen Text für die Passionsspiele in Götzis zu verfassen. Die erste Aufführung der neuen Fassung im Jahre 1925 gestaltete sich zu einem großartigen Erfolg. Dr. Drexel gelang es, die Passion - statt der bis dahin eher derben und einfachen, oft zu realistischen Szenenfolgen - in ein anspruchsvolles Mysterienspiel zu „verwandeln“. Die Erlösung der Menschen durch Christus wurde wieder zum großen Geheimnis.

In den Jahren 1925, 1930/31 unter Katechet Franz Bertschler und 1935 unter Katechet Johann Eiler wurde die Drexel-Passion mit begeisterndem Erfolg aufgeführt. Bis zu 150 Personen waren schon damals an den Spielen beteiligt. Jede Aufführung dauerte damals fünf Stunden.

Nach dem 2. Weltkrieg bemühte sich Pfarrer Jakob Gut, die Götzner Passionsspiele wieder aufleben zu lassen. Doch es war eine andere Zeit mit anderen Ansprüchen angebrochen. Der Text von Dr. Drexel schien den Nachkriegsohren nicht mehr zeitgemäß.

In dieser Zeit schien auch das Laienspiel an Beliebtheit eingebüßt zu haben. Jedenfalls waren die schauspielerischen Fähigkeiten für das „moderne“ Publikum nicht mehr gut genug, wodurch das Bestreben von Pfarrer Jakob Gut wohl von Anfang an zum Scheitern verurteilt war.

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Erst 1955 konnten die Passionsspiele in Vorarlberg - damals in Thüringen - wieder eine Premiere erleben. Den Aufführungen unter Pfarrer Bertschler war durchaus viel Erfolg beschieden. Dennoch sollte 1959 dann die vorläufig definitiv letzte Passion gespielt werden.

Es sollte 44 Jahre dauern bis die nächsten Passionsspiele in Vorarlberg stattfanden. Durch die Initiative von Herbert Margreitter und Werner Berjak konnten nach 3 Jahren Vorbereitung 2003 die ersten Passionsspiele Klostertal-Arlberg aufgeführt werden. 

Nach dem tollen Erfolg gingen die Passionsspiele in Klösterle im Jahr 2007 in die nächste Runde. Wieder konnten zahlreiche Besucher begeistert werden und die Passion in Vorarlberg wurde zum etablierten Theater, welches fortan alle vier bis fünf Jahre aufgeführt wird. 

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